Die Beziehungen zwischen dem globalen Norden und dem globalen Süden befinden sich zurzeit im Veränderungsprozess. Während einige Autoren bereits von einem ‚Asiatischen Zeitalter' (Gunder Frank) sprechen, bleibt doch für die politikwissenschaftliche Forschung noch genauer zu untersuchen, welche Umbrüche sich abzeichnen. In dem Seminar soll versucht werden anhand zentraler Politikfelder, nämlich u.a. dem Wandel von Staatlichkeit, geistigen Eigentumsrechten und Sozialpolitik den Wandel politischer, sozioökonomischer und kultureller Machtverhältnisse zu analysieren. Zentrale Fragen werden dabei sein: Gibt es Staaten des Südens, die als global player, in die weltpolitische Arena eingetreten sind? Und was heißt das für interne Demokratisierungsprozesse? Wie wirken Globales und Lokales hier zusammen? Zum anderen wird es in der Veranstaltung auch darum gehen, zu untersuchen, ob postkoloniale Ansätze - verstanden als kritische erkenntnistheoretische Perspektiven, die die Auswirkungen des Kolonialismus mitdenken - geeignet sind, die neuen veränderten Realitäten angemessener zu beschreiben und zu erklären.

Literatur

Postkoloniale Studien als kritische Sozialwissenschaft. Prokla 158, Heft 1, März 2010.

Burchardt, Hans -Jürgen (Hg.) (2009): Nord-Süd-Beziehungen im Umbruch. Neue Perspektiven auf Staat und Demokratie in der Weltpolitik. Frankfurt am Main: Campus.